Ein interkultureller Spaziergang durch die Musik

"Das Zurückgreifen auf Stereotypen ist immer ein genereller Fehler. Der ist statisch und starr, weil er von pauschalisierten Vorurteilen abhängt, die auf irrtümlichen Gedächtnismustern der eigenen Kultur basieren.Die Schotten laufen nicht Tag und Nacht in Schottenröcke herum und nicht alle spielen Dudelsack." - The EskPiper

Gemäß der Tradition habe ich "The Esk Piper" als Künstlernahme adoptiert. Der Fluss, nachdem ich benannt bin, heißt "The River Esk". Ich bin unweit von diesem Fluss zur Welt gekommen und höre ihn, egal wo immer ich auf der Welt bin. Er fließt durch mein Leben und meine Familie, und jedes Mal wenn ich in Schottland bin, halte ich mich in seiner Nähe auf, weil er auch eine klingende Metapher für mein Leben und mein Dasein ist. Wie die Steine in seinem Flussbett, bin auch ich symbolisch in Wasser gebadet, ein Wasser das sich mit meinem Blut vermischt. Man sagt nicht umsonst "ein Vollblut-Musiker". Ich stamme aus einer Familie von Musikern und Theaterleuten, die sowohl mütterlicherseits also auch väterlicherseits die alten Formen von Musik und Theater pflegt. Speziell die Gesprächskonzerte im deutschsprachigen Raum fanden bislang große Resonanz und sind bei jedem Auftritt eine neue Erfahrung. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der tiefgründigen Musik Südschottlands und "Northumberlands", wobei stets die Musik direkt mit kulturellen Eindrücken verknüpft wird.

Ferner geht es auch um das neue Projekt, um ein Trio zusammen mit Hélène Moelo (Northumbrian Smallpipes und Gesang) und Donatella Friebe (Bratsche, Geige, Gesang). Die Gruppe spielt als "The Woodfield Consort" und feiert bereits erste Erfolge.
 
Nichts desto trotz besteht weiterhin meine Solotätigkeit als The Esk Piper. Dazu gehören neben musikalisch-kulturellen Auftritten unter anderem Kompositions- und Forschungstätigkeit und nicht zuletzt allgemeine musikologische Aktivitäten, sowie eine koordinative Funktion in Bezug auf Verbreitung schottischer Musik in ganz Deutschland.  

Das Instrument

dudelsack

Laut des Lexikas "Grove Dictionary of Music and Musicians" sind die Northumbrian Smallpipes der höchst entwickelte Dudelsack auf der ganzen Welt.
Mein Instrument ist in F mit Kammerton A=440 Hz besitzt 17 Klappen und fünf Bordunpfeifen ausgestattet und wurde von Uwe Seitz in Adelsheim Sennfeld, Germany hergestellt.
Das Instrument wird mit einem Blasbalg betrieben und hat in der Spielpfeife ein Doppelrohrblatt. Die Bordunblätter bestehen aus Arundo Donax auf Messingkörper.
Dies ist der Standard für das Trio und auch beim Zusammenspiel mit anderen Dudelsackspielern.
Ich spiele auch in derselben Konfiguration in D, wenn ich meinem Soloprogramm auftrete.

Die Tradition

eskpiper tradition

Schiffbau, Fischerei, Agrarindustrie und insbesondere Bleibergbau und Kohlebergbau waren die Hauptindustrien in der Grafschaft von Northumberland. Dieses industrielle (Welt)erbe bringt die Musik zum klingen. Es gab, selbstverständlich Hirten, ganz oben im Mittelgebirge, das die Grenze zwischen Schottland und England markiert. Sie waren ausgezeichnete Naturmusiker. Die goldenen Jahre der Northumbrian Musik liegen zwischen 1920 und 1940.

Diese Musik ist ein Teil meines Lebens. Ich bin das Instrument und das Instrument bin ich.